
BOAO, Hainan, 26. März (Xinhua) -- Inmitten unruhiger globaler wirtschaftlicher Gewässer hat Chinas qualitativ hochwertige Entwicklung auf der laufenden Jahreskonferenz des Boao-Forums für Asien (BFA) erneut Aufmerksamkeit auf sich gezogen, während die Welt inmitten eines immer dichter werdenden Nebels der Unsicherheit nach einem stabilen Leuchtturm sucht.
Die innovative, koordinierte, grüne, offene und gemeinschaftliche Entwicklung des Landes biete den Märkten und Volkswirtschaften weltweit einen doppelten Schub an Stabilität und Wachstumsdynamik, so die in dem Ferienort in der südchinesischen Provinz Hainan versammelten Entscheidungsträger, Wissenschaftler und Wirtschaftsführer.
Angesichts von Widrigkeiten wie Zöllen und globalen Krisen habe China in den letzten Jahren starke Widerstandsfähigkeit bewiesen und den globalen Lieferketten unschätzbare Stabilität verliehen, sagte Denis Depoux, Global Managing Director bei der in München ansässigen Unternehmensberatung Roland Berger.
Das im Jahr 2001 gegründete Boao-Forum für Asien feiert auf seiner diesjährigen Jahreskonferenz sein 25- jähriges Jubiläum, das mit dem Startjahr von Chinas 15. Fünfjahresplan (2026-2030) zusammenfällt, einem Fahrplan zur Förderung der Modernisierung Chinas durch qualitativ hochwertige Entwicklung. Zu den wichtigen Prioritäten zählen Innovation, grüne Entwicklung und eine Öffnung auf hohem Niveau.
„In einem zunehmend unsicheren geopolitischen Umfeld bietet der 15. Fünfjahresplan ein Maß an institutioneller Sicherheit, das weltweit selten ist“, sagte Zheng Yongnian, ein renommierter Wissenschaftler und Professor an der Chinese University of Hong Kong in Shenzhen in der südchinesischen Provinz Guangdong.
Chinas Ziel, sein Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf bis 2035 auf das Niveau eines moderat entwickelten Landes anzuheben, erfordere ein stetiges jährliches Wachstum von 4,5 bis 5,0 Prozent, was bedeute, dass das Land in den nächsten fünf bis zehn Jahren weiterhin rund 30 Prozent zum weltweiten Wachstum beitragen werde, so Zheng.
China hat sich für 2026 ein BIP-Wachstumsziel von 4,5 bis 5,0 Prozent gesetzt und übertrifft damit deutlich die Prognose des Internationalen Währungsfonds vom Januar, die für die Weltwirtschaft bei 3,3 Prozent lag.
In Rahmen des 15. Fünfjahresplans, der diesen Monat von Chinas oberster Legislative verabschiedet wurde, hat sich das Land verpflichtet, weiterhin auf Öffnung, Zusammenarbeit und gegenseitigen Nutzen zu setzen, die institutionelle Öffnung stetig auszuweiten und neue, offene Wirtschaftssysteme mit höheren Standards aufzubauen.
Die Insel Hainan, Austragungsort der BFA-Jahreskonferenz, bietet einen Platz in der ersten Reihe, um Chinas Öffnung auf hohem Niveau in Aktion zu erleben. Der Freihandelshafen Hainan, flächenmäßig der größte Freihandelshafen der Welt, feiert bald den hundertsten Tag der inselweiten Sonderzollmaßnahmen, seit diese wegweisende Maßnahme im Dezember letzten Jahres in Kraft trat.
Jack Perry, Vorsitzender der britischen „48 Group“, bezeichnete China als „Technologieführer“ und erklärte, dieser Vorsprung werde sowohl den Export fortschrittlicher Maschinen als auch die Nachfrage nach Ressourcen ankurbeln, wodurch effiziente Handelsstrukturen immer wichtiger würden.
Freihandelszonen sind laut Perry der Schlüssel zur Unterstützung solcher Entwicklungen. „Ich glaube, dass Hainan in diesem Bereich eine führende Rolle einnehmen wird“, fügte er hinzu.
Chinas Offenheit habe ein starkes Innovationsökosystem gefördert, sagte Lin Guijun, ehemaliger Vizepräsident der University of International Business and Economics.
Angesichts des Reichtums an Talenten, Kapital und politischer Unterstützung im Land würden immer mehr multinationale Konzerne ihre globalen Innovationsstrategien nun in China verankern, so Lin.
Für multinationale Unternehmen stelle China eine dynamische, facettenreiche Wachstumsplattform dar, merkte Depoux an. „Die Chance besteht nicht nur darin, nach China zu verkaufen, sondern mit China zu wachsen, während es neue Korridore der Zusammenarbeit aufbaut, insbesondere mit dem Globalen Süden.“
Zheng beschrieb die chinesische Modernisierung als „Open-Source“-Prozess und erklärte, Chinas Entwicklung stehe in scharfem Kontrast zu westlichen Modellen, die oftmals „die Leiter wegtreten“ und Entwicklungsmöglichkeiten monopolisieren würden.
Stattdessen „verlängert China seine Leiter“ in den Rest der Welt. Indem es die Entwicklung anderer Länder fördere und unterstütze, strebe das Land eine gemeinsame globale Modernisierung an, erklärte Zheng auf dem Forum.


